A07:2025 – Fehlerhafte Authentifizierung 
Hintergrund.
Fehlerhafte Authentifizierung behält mit einer leichten Namensänderung seinen Rang #7 bei, um die 36 CWEs dieser Kategorie präziser widerzuspiegeln. Trotz der Vorteile standardisierter Frameworks hat diese Kategorie ihren Rang #7 aus 2021 gehalten. Zu den relevanten CWEs zählen CWE-259: Use of Hard-coded Password, CWE-297: Improper Validation of Certificate with Host Mismatch, CWE-287: Improper Authentication, CWE-384: Session Fixation sowie CWE-798: Use of Hard-coded Credentials.
Punktetabelle.
| Zugeordnete CWEs | Max. Häufigkeit | Durchschn. Häufigkeit | Max. Abdeckung | Durchschn. Abdeckung | Durchschn. gewichtete Ausnutzbarkeit | Durchschn. gewichtete Auswirkung | Gesamtanzahl | Summe CVEs |
| 36 | 15.80% | 2.92% | 100.00% | 37.14% | 7.69 | 4.44 | 1,120,673 | 7,147 |
Beschreibung.
Wenn ein:e Angreifer:in ein System dazu bringen kann, eine:n ungültige:n oder nicht autorisierte:n Nutzer:in als legitim anzuerkennen, liegt diese Schwachstelle vor. Schwachstellen bei der Authentifizierung können auftreten, falls die Anwendung:
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automatisierte Angriffe wie Credential Stuffing ermöglicht, bei denen Angreifer:innen über eine Liste bekannter Benutzernamen und Passwörter verfügen. Jüngst wurde diese Angriffsmethode um hybride Passwort-Angriffe erweitert (auch als Password-Spray-Angriffe bekannt), bei denen Angreifer:innen Variationen kompromittierter Zugangsdaten verwenden, z. B. Password1!, Password2!, Password3! usw.
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Brute-Force- oder andere automatisierte, skriptbasierte Angriffe ermöglicht, die nicht schnell genug unterbunden werden.
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Standard-, schwache oder gängige Passwörter zulässt, wie z. B. „Password1" oder „admin/admin".
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die Erstellung neuer Konten mit bereits als kompromittiert bekannten Zugangsdaten zulässt.
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schwache oder ineffektive Verfahren zur Wiederherstellung von Zugangsdaten und Verfahren für vergessene Passwörter, wie z. B. „wissensbasierte Antworten", die nicht sicher gestaltet werden können.
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Klartext-, verschlüsselte oder schwach gehashte Kennwortdatenspeicher (siehe A04:2025 – Fehlerhafter Einsatz von Kryptographie) verwendet.
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fehlende oder unwirksame Multi-Faktor-Authentifizierung aufweist.
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schwache oder ineffektive Ausweichmechanismen zulässt, falls keine Multi-Faktor-Authentifizierung verfügbar ist.
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die Sitzungs-ID in der URL, einem versteckten Feld oder einer anderen unsicheren, für den Client zugänglichen Stelle offenlegt.
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dieselbe Sitzungs-ID nach erfolgreichem Login wiederverwendet.
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Benutzersitzungen oder Authentifizierungs-Tokens (hauptsächlich SSO-Tokens) beim Abmelden oder bei Inaktivität nicht korrekt invalidiert.
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den Scope und die vorgesehene Audience der bereitgestellten Zugangsdaten nicht korrekt prüft.
Prävention und Gegenmaßnahmen.
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Wenn möglich, sollte eine Multi-Faktor-Authentifizierung implementiert und deren Nutzung durchgesetzt werden, um automatisiertes Credential Stuffing, Brute-Force-Angriffe und die Wiederverwendung gestohlener Zugangsdaten zu verhindern.
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Wenn möglich, die Nutzung von Passwort-Managern fördern und ermöglichen, um Nutzer:innen bessere Entscheidungen bei der Passwortwahl zu erleichtern.
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Liefern Sie die Anwendung nicht mit Standard Login-Daten aus, insbesondere nicht für Admin-Konten.
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Implementieren Sie Prüfungen auf schwache Passwörter, wie z. B. durch den Vergleich von neuen oder geänderten Passwörtern mit der Liste der 10.000 schlechtesten Passwörter.
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Bei der Erstellung neuer Konten und Passwortänderungen Zugangsdaten gegen Listen bekannter kompromittierter Passwörter prüfen (z. B. mit haveibeenpwned.com).
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Angleichung der Passwortlänge, -komplexität und -rotation an die Richtlinien des National Institute of Standards and Technology (NIST) 800-63b in Abschnitt 5.1.1 „Memorized Secrets" oder andere moderne, bewährte Passwortrichtlinien.
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Passwortrotation nicht erzwingen, es sei denn, es besteht ein Verdacht auf eine Kompromittierung. Bei Verdacht sofortige Passwort-Resets durchsetzen.
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Sicherstellen, dass die Registrierung, die Wiederherstellung von Zugangsdaten und die API-Pfade gegen Angriffe zur Ermittlung von Konten gehärtet sind, indem für alle Resultate die gleiche Nachricht ausgegeben wird („Ungültiger Benutzername oder Passwort.”).
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Begrenzen oder bremsen Sie fehlgeschlagene Anmeldeversuche immer weiter aus, aber achten Sie darauf, dass hierbei kein Denial-of-Service-Szenario entsteht. Loggen Sie alle Fehlversuche und alarmieren Sie die Administrator:innen, wenn Credential Stuffing, Brute Force oder andere Angriffe erkannt oder vermutet werden.
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Verwenden Sie einen serverseitigen, sicheren, integrierten Sitzungsmanager, der für jede Sitzung eine neue zufällige Sitzungs-ID mit hoher Entropie erzeugt. Die Sitzungs-ID sollte nicht in der URL enthalten sein, sicher in einem sicheren Cookie gespeichert und nach Abmeldung, Inaktivität und absoluten Timeouts invalidiert werden.
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Idealerweise ein bewährtes, vertrauenswürdiges System für Authentifizierung, Identitätsverwaltung und Session-Management verwenden. Dieses Risiko wann immer möglich durch den Einsatz eines gehärteten und gut getesteten Systems auslagern.
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Die vorgesehene Verwendung bereitgestellter Zugangsdaten prüfen, z. B. bei JWTs die
aud- undiss-Claims sowie Scopes validieren.
Beispielhafte Angriffsszenarien.
Szenario Nr. 1: Credential Stuffing, die Verwendung von Listen bekannter Benutzernamen- und Passwortkombinationen, ist heute ein sehr verbreiteter Angriff. Jüngst wurde beobachtet, dass Angreifer:innen Passwörter basierend auf typischem menschlichem Verhalten „inkrementieren" oder abwandeln, z. B. von „Winter2025" zu „Winter2026" oder von „ILoveMyDog6" zu „ILoveMyDog7". Diese Methode wird als hybrider Credential-Stuffing-Angriff oder Password-Spray-Angriff bezeichnet und kann noch effektiver sein als die klassische Variante. Verfügt eine Anwendung über keine Abwehrmechanismen gegen automatisierte Angriffe oder Credential Stuffing, kann sie als Passwort-Orakel genutzt werden, um gültige Zugangsdaten zu ermitteln und unbefugten Zugriff zu erlangen.
Szenario Nr. 2: Die meisten erfolgreichen Authentifizierungsangriffe erfolgen aufgrund der andauernden Verwendung von Passwörtern als einzigem Authentifizierungsfaktor. Die früher als Best Practices geltenden Anforderungen an Passwortwechsel und -komplexität verleiten Nutzer:innen sowohl zur Wiederverwendung als auch zur Wahl schwacher Passwörter. Organisationen wird empfohlen, diese Praktiken gemäß NIST 800-63 einzustellen und die Nutzung von Multi-Faktor-Authentisierung auf allen wichtigen Systemen durchzusetzen.
Szenario Nr. 3: Die Session-Timeouts von Anwendungen sind nicht korrekt implementiert. Eine Nutzer:in verwendet einen öffentlichen Computer und schließt die Browser-Registerkarte, anstatt sich abzumelden. Ein weiteres Beispiel: Eine SSO-Sitzung kann nicht per Single Logout (SLO) geschlossen werden – ein einzelner Login gewährt Zugang zu mehreren Systemen (z. B. E-Mail, Dokumente, Chat), aber der Logout erfolgt nur im aktuellen System. Greifen Angreifer:innen danach auf denselben Browser zu, haben sie Zugriff auf alle noch aktiven Sitzungen. Dasselbe Problem kann in Büros auftreten, wenn eine sensible Anwendung nicht ordnungsgemäß beendet wurde und Kolleg:innen vorübergehend Zugriff auf den entsperrten Computer haben.
Referenzen.
Liste der zugeordneten CWEs
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CWE-288 Authentication Bypass Using an Alternate Path or Channel
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CWE-297 Improper Validation of Certificate with Host Mismatch
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CWE-298 Improper Validation of Certificate with Host Mismatch
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CWE-299 Improper Validation of Certificate with Host Mismatch
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CWE-303 Incorrect Implementation of Authentication Algorithm
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CWE-307 Improper Restriction of Excessive Authentication Attempts
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CWE-350 Reliance on Reverse DNS Resolution for a Security-Critical Action
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CWE-640 Weak Password Recovery Mechanism for Forgotten Password
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CWE-940 Improper Verification of Source of a Communication Channel
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CWE-941 Incorrectly Specified Destination in a Communication Channel